Was ist ISCC PLUS?
ISCC PLUS ist eine freiwillige Zertifizierung, die nachverfolgt, ob biobasierte und zirkuläre Materialien tatsächlich dort ankommen, wo Unternehmen angeben, dass sie landen. Sie nutzt einen Massenbilanzansatz und bilanziert nachhaltige Einsatzstoffe entlang der Lieferkette, statt sie in jedem Schritt physisch zu trennen. Das System baut auf ISO 14067 sowie den Anforderungen der EU RED II auf. ISCC PLUS deckt die Materialseite der Nachhaltigkeit (Scope 3) ab, nicht die Energieseite (Scope 2). In der Praxis überschneidet sich beides jedoch. Unternehmen, die ISCC-Audits durchlaufen, müssen häufig auch nachweisen, dass die in der Produktion eingesetzte Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Das bedeutet den Kauf und die Entwertung von Energieattribut-Zertifikaten (EACs) – entweder Herkunftsnachweisen (HKN) in Europa oder Zertifikaten für erneuerbare Energien (RECs) in Nordamerika – über Register wie den AIB Hub oder Plattformen wie Soldera Virtual Accounts. Der Audit-Aspekt ist der Punkt, an dem es praktisch wird. Wenn ein Unternehmen die Nutzung erneuerbarer Energien behauptet, aber keine Zertifikatsentwertung über ein anerkanntes Register nachweisen kann, hält diese Aussage nicht stand. Und ohne saubere Nachverfolgung kann es passieren, dass zwei verschiedene Unternehmen denselben Anteil erneuerbarer Erzeugung für sich beanspruchen – genau die Art von Doppelzählung, die das Vertrauen in das gesamte System untergräbt.
Definition von „ISCC PLUS“
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